Pflege-Anleitung für Balkonpflanzen und Balkonblumen

BalkonpflanzenSchauen Sie sich doch einmal genauer die Balkone in Ihrem Wohnort an - Sie werden feststellen, dass nur recht wenige Balkone mit Balkonpflanzen bestückt sind und im Sommer zu einem entspannenden Aufenthalt einladen. Vielleicht steht auch Ihr Balkon leer oder wird nur dazu benutzt, Sperrmüll zu stapeln. Was für eine Verschwendung: Es braucht nur sehr wenige Balkonpflanzen, um einen Balkon in einen zusätzlichen, nutzbaren Raum zu verwandeln. Nachfolgend erhalten Sie eine Pflege-Anleitung für Balkonpflanzen und Balkonblumen, mit Hinweisen zur passenden Planung der Bepflanzung, damit Sie der Pflege-Aufwand nie überfordern wird.

Kurzer Steckbrief
  • Entscheidend für die Pflege, die Balkonpflanzen brauchen, ist gute Planung
  • Gute Planung ist eine Planung mit realistischem Blick auf die baulichen Gegebenheiten
  • Außerdem können Pflanzen nur gedeihen, wenn sie passend zu den Lichtverhältnissen gewählt werden
  • Auch die Entscheidung über Sommerbepflanzung oder Dauerbepflanzung beeinflusst den Pflege-Aufwand erheblich
  • Die einfachste Pflege-Anleitung ergibt sich bei einer Bepflanzung mit einheimischen, winterharten Balkonpflanzen
  • Allerdings nur bei richtigem Einkauf, im Gartenfachhandel, der Auskunft über Herkunft und Aufzucht seiner Pflanzen geben kann

Planung bestimmt Pflege-Aufwand

Folgende Punkte sollten bedacht werden, die sich nachdrücklich darauf auswirken, wie viel Pflege Ihre Balkonpflanzen brauchen werden (und ob sie überhaupt eine Chance bekommen, prächtig zu gedeihen):

1. Soll der Balkon nur im Sommer oder möglichst länger genutzt werden?

Die Antwort hängt entscheidend von der Art des Balkons, von den baulichen Gegebenheiten ab:
  • Ein "frei vor dem Haus hängender" Balkon kann meist ausschließlich in der warmen Jahreszeit genutzt werden
  • Wenn ein solcher Balkon in eine Richtung liegt, die viel Wind und Regen aufkommen lässt, beschränkt das die Nutzung noch mehr ...
  • Um hier ein üppig bepflanztes "zusätzliches Zimmer" zu gestalten, ist unheimlich viel Aufwand notwendig, und der Erfolg ist nicht sicher
  • Anders beim rundum eingebauten Balkon, der vielleicht noch in Südrichtung liegt
  • Hier können Sie viel mit Windschutzelementen bewirken, die den Balkon in ein richtiges kleines Zimmer verwandeln
  • Auf einem solchen Balkon können Sie es schon im frühen Frühjahr und noch im späten Herbst gut aushalten, und es gibt Pflanzen, die das ähnlich sehen ...
{infobox type=check|content=Der Balkon ist für Sie ein bequemes Abstellzimmer geworden, z. B. für leere Getränkekästen, und Sie wissen nicht, wo Sie "mit dem Zeug" bleiben sollen, wenn Sie Ihren Balkon nun bepflanzen? Nun, es hindert Sie niemand, den Balkon nach wie vor zu Abstellzwecken zu nutzen, nur ein wenig "organisierter": Sie können sich einen Balkonschrank kaufen, solche speziellen wetterfesten Möbel werden im Handel angeboten, oder Sie nehmen den alten Holzschrank von Tante Erna, wenn der auf dem Balkon irgendwann unter dem Wetter leidet, wird er eben ein wenig später weggeschmissen.} 2. Dauerbepflanzung mit winterharten Balkonpflanzen

Wenn Ihr Balkon sich für eine Nutzung anbietet, die deutlich über die warme Jahreszeit hinausgeht, sollten Sie überlegen, ob Sie diesen Balkon mit winterharten Balkonpflanzen dauerhaft bepflanzen.

Folgende Vorteile hat eine solche Bepflanzung:
  • Echt winterharte Balkonpflanzen ziehen sich bei Frost ganz von alleine zurück
  • Im Frühling treiben sie auch ganz von alleine wieder aus
  • Verschiedene einheimische Stauden eignen sich als winterharte Balkonpflanzen
  • Lein und Polster-Nelken, Prachtkerzen und Nachtkerzen, aber auch Minzen und Schnittlauch und verschiedene dekorative Gräser gehören dazu
  • Die Pflege übers Jahr ist meist sehr simpel, robuste einheimische Pflanzen brauchen nicht viel Gewese
  • Es gibt sogar Balkonblumen, die ganzjährig dekorativ sind und im Winter blühen: Christrosen, Gänsekresse, Kissenprimeln und Winterveilchen beispielsweise
  • Für Kübel gibt einige Pflanzen, die die kalte Jahreszeit draußen gut überstehen: Azaleen und Buchsbaum, Berberitze und Clematis, Efeu und Liguster, Rosen und Weiden
  • Wenn Ihr Balkon fast ganzjährig genutzt wird, fällt der große Balkonputz zwei Mal im Jahr aus
  • Sie werden vielmehr Ihren Balkon immer mal nebenbei auf Vordermann bringen, diese Arbeit fällt wenig ins Gewicht
Gießen der Pflanzen im BalkonkastenNachteile gibt es natürlich auch:
  • Wirklich winterharte Pflanzen brauchen auch wirklich winterharte Töpfe, die bei Kälte nicht springen
  • Winterharte Balkonpflanzen, besonders Balkonblumen, müssen auch im Winter gegossen werden, in jeder frostfreien Periode
  • Auch die winterharten Balkonpflanzen brauchen je nach Standort und Balkon mitunter etwas Frostschutz
  • Generell empfiehlt sich im Winter die Abdeckung der Erde mit Fichtenreisig
3. Der nur im Sommer bepflanzte Balkon

Wenn sie Ihren Balkon nur im Sommer nutzen möchten, stehen ganz andere Balkonpflanzen zur Auswahl, auch diese Art der Bepflanzung hat ihre Vorteile:
  • Sie können unter der vollen Auswahl der im Handel angebotenen Balkonpflanzen wählen, das bedeutet volle Blütenfülle
  • Die Balkonbepflanzung kann sehr abwechslungsreich gestaltet werden, in jedem Jahr mit anderen Balkonpflanzen
Der nur im Sommer bepflanzte Balkon hat aber auch seine Nachteile:
  • Zwei Mal im Jahr richtig Arbeit mit den Balkonblumen: Im Herbst in den Keller einräumen oder entsorgen, im Frühjahr neu eintopfen bzw. neu bepflanzen
  • Ein Mal im Jahr richtig Kosten, wenn Sie im Frühjahr im Gartencenter "die Regale leerräumen"
  • Der Balkon setzt über den Winter Dreck an, er muss vor der Bepflanzung gründlich schöngemacht werden
  • Wenn Sie bestimmte der frostscheuen Balkonblumen überwintern möchten, brauchen Sie ein geeignetes Quartier
  • Das muss ein kühler und dunkler Ort sein, den Sie zur Pflege gelegentlich aufsuchen können
  • Denn auch überwinternde Balkonpflanzen in der Ruhepause müssen auf Schädlinge kontrolliert und ggf. von Zeit zu Zeit leicht gegossen werden
{infobox type=check|content=Es gibt eine Zwischenlösung zwischen Sommer- und Ganzjahresbepflanzung: Die Balkonausstattung mit Wechselkästen, mehrjährige Sommerblumen (z. B. Ballonblumen, Geranien, Kranbeeren, Pfennigkraut), die im Haus überwintern müssen,    und Balkonpflanzen, die im Herbst und Winter wachsen (z. B. Astern, Erika, Fetthenne, winterharte Gräser, Topfmyrte, Zwerg-Lebensbäume und Zwerg-Kiefern).}

Ausrichtung des Balkons bestimmt Pflanzenauswahl und Pflege

Pflanzen brauchen mehrere Dinge zum Überleben: Ein nahrhaftes Substrat, Feuchtigkeit und Licht. Dass der Nährstoffgehalt des Substrats stimmt und die Pflanze genügend Feuchtigkeit bekommt, können Sie beeinflussen, die Lichtverhältnisse nicht, also:

1. Lage checken

Sie sollten wissen, in welche Himmelsrichtung Ihr Balkon zeigt. Falls Sie sich darüber noch nie Gedanken gemacht haben:
  • Gehen Sie ins Internet und rufen Sie in einem Stadtplandienst Ihre Adresse auf
  • Bei der Karte ist oben Norden, unten Süden, links Westen und rechts Osten
  • Wie Ihr Haus steht und wohin Ihr Balkon zeigt, wissen Sie
  • Nun können Sie also bestimmen, dass der Balkon z. B. nach Südosten zeigt
  • Die Sonne belichtet den Balkon immer aus südlicher Richtung
  • Damit fängt sie morgens im Osten an und wandert dann quer rüber zum Westen
  • Wenn Ihr Balkon genau nach Süden gerichtet ist, bekommt er den ganzen Tag Licht
  • Wenn er nach Südosten geht, bekommt er morgens Licht, bei Ausrichtung nach Südwesten abends
  • Je mehr Norden dabei ist, desto schattenverträglicher sollten Ihre Balkonpflanzen sein ...
Nach dieser Erkenntnis über die Lichtverhältnisse werden nun die Pflanzen ausgewählt, hier einige Vorschläge für verschiedene Lichtverhältnisse:

2. Pflanzen für den Sonnenbalkon

Die meisten Pflanzen lieben Sonne, hier haben Sie also in Bezug auf die Pflanzenauswahl die wenigsten Probleme. Echte Sonnenpflanzen sind z. B.:
Olivenbäume in Töpfen
  • Blumenrohr (Canna)
  • Geranien (Pelargonium)
  • Hyazinthen (Hyacinthus)
  • Narzissen (Narcissus)
  • Oleander (Nerium oleander)
  • Olivenbäume (Olea europaea)
  • Schmucklilien (Agapanthus)
  • Tulpen (Tulipa)
  • Vergissmeinnicht (Myosotis)
  • Wandelröschen (Lantana camara)
  • Zierlauch (Allium)
  • Zinnien (Zinnia)
3. Pflanzen für den Halbschatten

Die gerade genannten Blumen werden hier ebenfalls blühen, und noch einige weitere, z. B. Vertreter folgender Gattungen:
  • Begonien (Begonia)
  • Waldrebe (Clematis)
  • Chrysanthemen (Chrysanthemum)
  • Dahlien (Dahlia)
  • Glockenblumen (Campanula)
  • Petunien (Petunia)
  • Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis)
4. "Schattenpflänzchen"

Die Auswahl wird dünner, aber Begonien wachsen hier immer noch, und außerdem z. B.:
  • Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana)
  • Fuchsien (Fuchsia)
  • Funkien (Hosta)
  • Hortensien (Hydrangea)
  • Kugelprimeln (Primula denticulata)
  • Prachtspieren (Astilbe)
5. Grundsätzliche Pflege-Anleitung

Wenn die richtige Pflanze am richtigen Standort steht, ist die Pflege-Anleitung in wenigen Punkten abgehandelt:
  • Ausreichend, aber nicht zu viel wässern, immer erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist
  • Darauf achten, dass der Ablauf im Pflanzgefäß funktioniert, die wenigsten Pflanzen halten Staunässe aus
  • Ab Beginn der Wachstumssaison Nährstoffe zugeben, hier hat jede Pflanze ihre eigenen Wünsche
  • Besonders bei einheimischen Pflanzen war es das eigentlich, diese an unser Klima gewöhnten Pflanzen sind ausnehmend robust
  • Bei importierten Exoten gibt es alle möglichen Besonderheiten bei der Pflege zu beachten, die Sie beim Kauf erkunden müssten
  • Auf sehr sonnigen Balkonen werden Sie mehr Wasser verbrauchen als auf einem schattigen Balkon, weil einiges verdunstet
  • Auch ein Schattenspender hilft den Pflanzen auf einem sehr sonnigen Balkon beim Gedeihen, sie könnten sonst durch die Sonne verbrannt werden
{infobox type=check|content=Den Plan für Ihre Balkonbepflanzung sollten Sie (gerade beim ersten Mal) am besten im Winter machen. Warum? Nun, wir Menschen nehmen uns gerne zu viel vor, und wir sind meist ziemlich verführbar. Glauben Sie mir, wenn Sie im Frühjahr beim ersten Sonnenstrahl ins Gartencenter laufen, haben Sie wenig Chancen auf eine pflegeleichte Balkonbepflanzung - Sie werden vielmehr mit großen Körben voller Pflanzen zurückkommen, die Sie einfach zu freundlich angelacht haben. Mit einem Plan sieht das anders aus, außerdem haben Sie dann noch ganz in Ruhe Zeit, gesammelten Sperrmüll zu entsorgen ...}

Einkauf

Wie weit Sie eine Chance haben, die allgemeine Pflege-Anleitung genau an die Bedürfnisse einer bestimmten Balkonpflanze anzupassen und ob diese Pflege-Anleitung der Balkonpflanze dann auch wirklich gut tun wird, hängt entscheidend davon ab, wo Sie einkaufen. Bei den oben aufgeführten Pflanzen sind einjährige und mehrjährige, winterharte und nicht winterharte. Es hätte jedoch keinen Sinn gemacht, das beim jeweiligen oben genannten Sammelnamen der Pflanze anzumerken, weil es weniger auf die Pflanze als auf eine genaue botanische Bezeichnung und Ihre Einkaufsquelle ankommt.

Gestaltung mit BalkonpflanzenNur wenn Sie in einer "echten Gärtnerei" einkaufen, kann man Ihnen genau sagen, welche Pflanze wirklich mehrjährig und winterhart ist, auf Ihrem Balkon - und wenn Sie ökologisch gezogene, einheimische Stauden kaufen, können Sie diese im Zweifel wenigstens weiter vermehren, wenn die Pflanze auszufallen droht ...

Häufig gestellte Fragen

Ich habe einen ziemlich eingebauten Balkon - kann ich den zum "grünen Zimmer" machen?
Ja, zum Beispiel, indem Sie vorwiegend einheimische immergrüne Balkonpflanzen wählen: Einen grünen Rahmen liefern die wenigen immergrünen Kletterpflanzen, aufgehängt in Hängeampeln, ergänzt durch einige Immergrüne im Kübel - und Sie sollten Ihren Balkon soweit wie möglich gegen kaltes Wetter schützen, das geht von der Sichtschutzmatte an der Brüstung bis zur aufziehbaren Balkonverglasung.

Gibt es eine Balkonbepflanzung, die fast ohne Pflege auskommt?
Mit Efeu und ähnlich wuchsfreudigen und dauerhaften Pflanzen in den Kästen auf der Brüstung und Schlingknöterich im Kübel haben Sie schon gute Chancen - ansonsten wird es immer dann recht pflegeleicht, wenn Sie in einer Fachgärtnerei gut gezogene, einheimische, winterharte Stauden kaufen und vor allem, wenn Sie alles meiden, was sich im Moment Trendpflanze nennt und in Richtung Massenverkauf in Windeseile hochgezüchtet und dabei krank gezüchtet wurde.