Ist Oleander giftig für Menschen, Katzen oder Hunde?

Oleander BlüteDas furiose Blütenspektakel von Oleander weckt in so manchem Hobbygärtner Argwohn hinsichtlich seiner Unbedenklichkeit. Völlig zu Recht hegen Sie diese Zweifel, da in der Natur die schönsten Pflanzen oftmals behaftet sind mit dem Manko eines hohen Giftgehaltes. Plagen Sie sich nicht länger mit der Frage herum: Ist Oleander giftig für Menschen, Katzen oder Hunde? Lesen Sie hier fundierte Antworten, die alle relevanten Aspekte detailliert beleuchten. Profitieren Sie von unseren Hinweisen zum richtigen Umgang mit einem Rosenlorbeer.

Steckbrief

  • Gattung innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
  • Bezeichnung der Art: Oleander (Nerium oleander)
  • Reich verzweigter Strauch oder kleiner Baum
  • Wuchshöhen von 150 bis 450 cm, in Kultur selten höher
  • Dunkel-glänzende, Immergrüne, ledrige Blätter, 10-25 cm lang
  • Rosa, weiße, purpurne oder gelbe Blüten in fünfzähliger Schalenform
  • Blütezeit von Mai/Juni bis September/Oktober
  • Schotenförmige Samenstände ab Dezember
  • Nicht winterhart
  • Volkstümlicher Name: Rosenlorbeer

Giftig in allen Teilen

Oleander giftige Pflanzensäfte in BlätternLassen Sie sich von der verschwenderischen Blütenfülle nicht darüber hinwegtäuschen, dass Oleander durchströmt ist von dem hochgiftigen Herzglykosid Oleandrin. Dieses Toxin ruft bei der Aufnahme kleinster Mengen heftige gastro-intestinale Beschwerden hervor, wie Übelkeit, Krämpfe und Erbrechen. Übersteigt die aufgenommene Dosis an frischen Oleanderblättern 15 bis 20 Gramm, erleiden betroffene Menschen Herzrhythmusstörungen, verbunden mit verlangsamtem Puls und Muskelzittern. Ferner werden Arme und Beine nicht mehr richtig durchblutet, was an blassen, kalten Extremitäten zu erkennen ist. Steht keine ärztliche Hilfe zur Verfügung, führen die Herzbeschwerden innerhalb von 2-3 Stunden zum Tod.

Hohes Gefahrenpotenzial für Katzen und Hunde

Mit 15 bis 20 Gramm, liegt die kritische Dosis für Menschen deutlich über der tödlichen Menge für Katzen und Hunde. Ihre geliebten Vierbeiner müssen den Verzehr allerkleinster Portionen von unter 1 Gramm im schlimmsten Fall mit dem Leben bezahlen. Für eine Katze ist es bereits gefährlich, wenn sie nur ihre Krallen wetzt an einem Oleanderstamm. Als frühes Symptom für eine Vergiftung mit Oleandrin erweitern sich die Pupillen. Zeitgleich sinkt die Körpertemperatur dramatisch. Setzen Krämpfe und Erbrechen ein, besteht höchste Lebensgefahr.  
Tipp: Auch ohne Oleander im eigenen Garten, geht von dem Ziergehölz Gefahr für Hunde und Katzen aus. Bei Wind können herabgefallene Blätter auf Ihr Grundstück geweht werden, direkt vor die Nase Ihrer im Garten spielenden Haustiere.

Sofortmaßnahmen

Hegen Sie den Verdacht, dass sich Ihr Kind oder Sie selbst an Oleander vergiftet haben, besteht kein Spielraum für Experimente. Suchen Sie unverzüglich den Hausarzt auf, fahren zum Krankenhaus oder rufen den Rettungswagen. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn empfiehlt folgende Vorkehrungen, bis Hilfe vor Ort ist:
  • Wasser, Saft oder Tee in kleinen Schlucken trinken
  • Milch ist ungeeignet, da die Aufnahme des Giftes im Darm beschleunigt wird
  • Auf keinen Fall Erbrechen auslösen, da Erstickungsgefahr droht
Handelt es sich bei dem Opfer um einen Hund oder eine Katze, transportieren Sie das Tier unverzüglich zu einem Tierarzt. In der Regel verabreicht er Infusionen und provoziert die Ausscheidung des Giftes mithilfe von speziellen Medikamenten. Werden diese Maßnahmen frühzeitig eingeleitet, bestehen berechtigte Hoffnungen auf eine vollständige Genesung.

Vorbeugung

Oleander rotMit


Blick auf die fatalen Folgen, die kleine Mengen von Pflanzenteilen bei oraler Aufnahme auslösen können, sollte ein Oleander aus dem Familiengarten verbannt werden. Gedeiht das Blütengehölz auf benachbarten Grundstücken, kontrollieren Sie bei windiger Witterung, ob sich keine Blätter in Ihren Garten verirrt haben. Sofern der Nachbar das Schnittgut auf dem Kompost entsorgt, sollte dafür Sorge getragen werden, dass weder Ihre Kinder noch Ihre Hunde oder Katzen in die Reichweite gelangen können. Unter guten Nachbarn wird eine gangbare Lösung zu finden sein, wie das Vergraben von Blättern und Trieben nach einem Rückschnitt.

Bei Kontakt droht Vergiftung

Tummeln sich in Haus und Garten weder Kinder noch Haustiere, ist die potenzielle Schadwirkung von Oleander dennoch nicht vollkommen aus der Welt geschafft. In Kenntnis der Toxizität, wird sich der Gärtner hüten, von den Blüten und Blättern zu kosten. Gleichwohl findet Oleandrin einen anderen Weg in den menschlichen Organismus. Kommt es zu einem Kontakt zwischen Haut und Pflanzensaft, besteht das hohe Risiko einer Dermatitis. Konkret handelt es sich dabei um eine äußerst unangenehme allergische Reaktion, die Sie geradewegs in die Praxis eines Hautarztes führt. Damit es soweit nicht kommt, empfehlen wir diese Vorkehrungen im Rahmen von Pflanz- und Pflegearbeiten:
  • Vor Arbeitsbeginn langärmelige Kleidung, lange Hosen und Handschuhe anlegen
  • Bei Schnittarbeiten zusätzlich eine Schutzbrille tragen
Nicht zuletzt enthält der Blütenstaub von Rosenlorbeer starke Pollenallergene. Nähern Sie sich dem Ziergehölz daher während der Blütezeit mit einem Atemschutz.

Ungiftige Alternativen zu Oleander

ungiftiger SommerfliederIm Familiengarten müssen Sie auf eine malerische Blütenpracht nicht verzichten. Im Gartencenter steht eine Fülle unbedenklicher Ziergehölze zur Auswahl. Zu Ihrer Inspiration haben wir folgende Selektion ungiftiger Pflanzen zusammengestellt:
  • Hortensien (Hydrangea) - Unsere erste Wahl unter den nicht giftigen Pendants zu Oleander sind die opulenten Hortensien. Mit riesigen Blütenbällen oder aparten Tellerblüten, begeistern uns die Sommerschönheiten von Mai/Juni bis zum ersten Frost in wunderschönen Farben. Zu den Stars der Gattung zählen die rein weiß blühende Ballhortensie 'Annabelle', die majestätische Rispenhortensie 'Grandiflora' oder die innovative Neuheit 'Endless Summer'. In Punkto Blütenpomp bewegen sich Hortensien somit auf Augenhöhe zu Oleander und übertrumpfen ihn in Sachen Unbedenklichkeit und Winterhärte.
  • Sommerflieder (Buddleja) - Schon von Weitem kündet sich ein Sommerflieder an mit verführerischem Duft. Sein Anblick lässt den Betrachter staunend innehalten. Mit trichterförmigem Habitus neigen sich die blütenübersäten Zweige graziös gen

    Boden. Von Juli bis Oktober erstreckt sich die Blütezeit. Dank einer robusten Winterhärte verweilt der ungiftige Sommerflieder im Garten, während Oleander nach einem frostfreien Winterquartier verlangt.
  • Forsythien - Goldglöckchen (Forsythia x intermedia) - Mit gold-gelber Blütenpracht begrüßen Forsythien im April den Frühling und lassen uns die tristen Wintertage vergessen. Die elegant gebogenen Zweige sind übersät mit einfachen oder gefüllten Blüten, von denen keine gesundheitliche Gefahr ausgeht.
  • Spiersträucher (Spiraea) - Die facettenreiche Pflanzengattung innerhalb der Rosengewächse hält für jeden Gestaltungswunsch bezaubernde Blütensträucher bereit. Von der überreich blühenden 'Brautspiere' über die elegante 'Golden Princess' bis hin zur rosafarbenen Zwerg-Spiere 'Little Princess' haben Sie die Qual der Wahl.
Häufig gestellte Fragen

Wie überwintere ich einen Oleander richtig?

Wenngleich das mediterrane Blütengehölz kurzzeitig leichten Frost schadlos übersteht, empfehlen wir dennoch eine Überwinterung hinter Glas. Ideal geeignet ist ein helles Kalt- oder Gewächshaus. Ein ungeheizter Wintergarten kommt ebenfalls infrage. Hauptsache, es herrschen dort Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad Celsius. Gießen Sie nur gelegentlich, damit der Wurzelballen nicht austrocknet. Dünger erhält die Pflanze von November bis Februar nicht. Vor dem Umzug ins Winterquartier putzen Sie den Rosenlorbeer lediglich aus, denn für den Rückschnitt hat sich das zeitige Frühjahr bestens bewährt.

Wie vermehre ich einen Oleander am einfachsten?

Jeder Rückschnitt liefert Ihnen in zeitigen Frühjahr eine Fülle geeigneten Materials an die Hand für die unkomplizierte Stecklings-Vermehrung. Wählen Sie gesunde, nicht blühende Triebe, die Sie auf einer Länge von 20-25 cm abschneiden. Aufgestellt in einem Glas mit Wasser am halbschattigen, warmen Fensterplatz, können Sie täglich mitverfolgen, wie die Wurzelstränge sprießen. Im weiteren Verlauf pflanzen Sie die bewurzelten Stecklinge in Töpfe mit einem Mix aus Blumenerde und Sand. Während sich ein vollständiges Wurzelsystem bildet, halten Sie das Substrat leicht feucht.



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