Olivenbaum verliert Blätter - Hilfe bei Blattproblemen

OlivenbäumeDer mediterrane Olivenbaum fühlt sich auch in unseren Breiten sehr wohl und ist im Grunde genommen eine pflegeleichte Kübelpflanze. Manche Hobbygärtner, die in milden Regionen wohnen, pflanzen den Ölbaum auch in ihren Garten. Allerdings kann er am falschen Standort die Blätter verlieren und von Krankheiten befallen werden, egal, ob im Kübel oder ausgepflanzt im Freiland. Auch richtiges Gießen und Düngen sind wichtige Pflegekriterien, damit ihn keine Schädlinge heimsuchen, die ihn so schwächen, dass er gelbe Blätter bekommt und völlig entlaubt wird. Für Blattprobleme, vor allem Laubabwurf, kann es verschiedene Ursachen geben.

Kurzer Steckbrief
  • immergrüner, mediterraner Baum
  • blüht am richtigen Standort von April bis Juni
  • reichliche Verzweigung bei richtiger Pflege
  • wird gern im Kübel gehalten
  • Gartenpflanzung ist ebenso möglich
  • bildet ölhaltige Früchte aus

Standort

Ist der Standort für Ihren Olivenbaum falsch gewählt, dann entwickelt sich der Baum nicht sonderlich gut und er verkahlt schnell. Das heißt, er wirft die Blätter ab. Viele Hobbygärtner wundern sich dann und meinen Olivenbäumchen könnten nicht in unseren Breiten gedeihen. Doch am richtigen Standort gedeiht Ihr Olivenbaum prächtig.

Richtiger Standort


Egal, ob Sie den Olivenbaum in einem Kübel ziehen oder in Ihrem Garten, der Standort sollte immer sonnig und windgeschützt sein. Im Garten ist dieser Standort dort zu finden, wo die Sonne den gesamten Tag über scheint und wenig Wind durchziehen kann. Ebenso ist es wichtig, dass der Olivenbaum mindestens 7 m Abstand von anderen Pflanzen bekommt, um sich gut entwickeln zu können. Andere Bäume sollten ihn auch nicht überragen dürfen.

  Haben Sie kein solches sonniges Plätzchen in Ihrem Garten übrig, an dem Sie den Olivenbaum auspflanzen können, so pflanzen Sie ihn lieber in einen Kübel, den Sie auf die sonnige und geschützte Terrasse stellen können. Wer ganz sicher gehen möchte und in seinem Garten auf keinen Olivenbaum verzichten will, pflanzt eine winterfeste Sorte, zum Beispiel Manzanilla, Picual oder Hojiblanca.

Pflanzsubstrat und Pflanzgefäß

Gelbe Blätter und Blattabwurf sowie Schimmel am Olivenbaum sind häufig die Ursachen von Staunässe, die dadurch entsteht, dass das falsche Substrat oder ein Kübel ohne Abzugsloch verwendet wurde.

Maßnahme


OlivenbaumSie können Ihren Olivenbaum retten, indem Sie ihn aus dem Kübel herausnehmen und die Wurzel gut abspülen und damit das schimmlige, faulige Substrat entfernen. Wenn es notwendig ist, schneiden Sie faulige Wurzeln ab. Lassen Sie den Olivenbaum gut abtrocknen und pflanzen ihn anschließend in das richtige Pflanzgefäß und das richtige Substrat ein.

Richtiges Gefäß

Der Durchmesser des Pflanzgefäßes sollte mindestens so groß wie die Baumkrone des Olivenbaumes sein, am besten noch ein bisschen größer. Das Pflanzgefäß muss unbedingt über Abzugslöcher verfügen.

Richtiges Substrat

Im Grunde stellt der Olivenbaum wenig Anspruch an die Erde im Kübel, jedoch bewährt sich poröses Substrat  sehr gut, dass


etwas Sand, Kalk oder Lehm enthält. Kübelpflanzenerde mit etwas Sand vermischt akzeptiert die Olive ebenso. Das Substrat sollte gut wasserdurchlässig sein. Ebenso ist es unerlässlich, für eine gute Drainage im Kübel zu sorgen, damit das Wasser gut ablaufen kann.

  Eine gute Drainage ist zum Beispiel eine Schicht Blähton im untersten Drittel des Kübels. Darunter legen Sie ein oder zwei Tonscherben oder Kiesel auf die Abzugslöcher, damit diese nicht verstopfen.

Gießen und Düngen

Olivenbäume benötigen auch Wasser, aber nicht zu viel. Häufig kommt es vor, dass sie "ertränkt" werden und sich dadurch Staunässe bilden kann. Die Blätter werden dadurch schnell gelb und hängen herab. Auch wenn eine Drainage vorhanden ist, kann das Wasser nicht so schnell abfließen, wie mancher Hobbygärtner nachgießen möchte. Gießen Sie deshalb sparsam, aber dafür regelmäßig!

  Haben Sie die Kübel in Untertellern oder Untertöpfen stehen, so gießen Sie regelmäßig das überschüssige Wasser ab! Gießen Sie immer erst, wenn die Substratoberfläche abgetrocknet ist. Notfalls prüfen Sie mit einem Finger, ob Substrat hängen bleibt. Dann ist es noch feucht genug und Sie müssen noch nicht gießen.

Junge Olivenbäumchen benötigen allerdings etwas mehr Wasser als erwachsene Pflanzen. Achten Sie deshalb darauf, dass diese wiederum nicht zu trocken stehen. Denn auch wenn Oliven zu trocken stehen, lassen sie die Blätter hängen, die sich schnell braun verfärben und werfen diese letztendlich ab. Manchmal rollen sich die Blätter auch vorher ein, bevor sie abfallen. Halten Sie Ihr Olivenbäumchen in einem Kübel im Haus, so reicht es auch aus, das Bäumchen öfter einmal mit Wasser zu besprühen. Dabei darf aber kein Wasser in eventuellen Vertiefungen in den Blattachseln oder Stamm stehen bleiben.

  Steht der Kübel allerdings zu nah am Fenster mit hoher Sonneneinstrahlung ist ein Besprühen des Baumes nicht angebracht, da die Blätter dann verbrennen können. Das Ergebnis sind braune Flecken auf den Blättern, die nach und nach gelb werden und abfallen.

Auch durch übermäßiges oder falsches Düngen können die Olivenbäume Schaden nehmen und sich ihre Blätter gelb verfärben und absterben. Die Gelbfärbung aufgrund von Mangel an Eisen und Magnesium wird auch Chlorose genannt.

Richtiges Düngen

Während ausgepflanzte Olivenbäume jedes Frühjahr mit etwas Kompost versorgt werden, geben sich Olivenbäume im Kübel mit Kübelpflanzendünger zufrieden. Ein entsprechender Dünger für mediterrane Pflanzen ist ebenso geeignet. Düngen Sie stets nach der Anleitung auf der Verpackung des

Düngemittels.

Überwintern

Auch beim Überwintern des Olivenbaumes werden häufig Fehler begangen, die zu gelben Blättern und im schlimmsten Falle zu Blattabwurf führen.

Olivenbäumezu warm

  • Olivenbaum wird schnell mit Spinnmilben befallen
  • Blätter werden gelb und bekommen braune Blattspitzen
  • Blätter rollen sich bei starkem Befall ein
  • Spinnenmilbengeflechte sichtbar
Maßnahme
  • für mehr Luftfeuchtigkeit sorgen
  • kühler stellen, ca. 10 °C
  • Spinnmilben bekämpfen
zu dunkel
  • Blätter fallen ab
  • Olivenbaum kann total kahl werden
  • treibt aber im Frühling normalerweise wieder aus
Maßnahme
  • Pflanze heller stellen
  • notfalls eine Pflanzenlampe verwenden
  • 4 bis 6 Stunden zusätzliche Beleuchtung ausreichend
zu nass
  • Blätter hängen
  • Wurzeln faulen
Maßnahme
  • austopfen
  • faule Stellen abschneiden
  • gründlich abspülen
  • in frisches trockeneres Substrat einpflanzen
zu trocken
  • Blätter hängen, werden braun und rollen sich ein
  • ausgetrockneter Wurzelballen
  • Blätter fallen ganz ab
Maßnahme
  • gießen
  • notfalls umtopfen
  • besseres Substrat verwenden

Kurze Zusammenfassung für Blattprobleme

  • Blattabwurf: Staunässe, zu trockener Standort, Schädlinge, falscher Standort im Winter und Sommer
  • gelbe Blätter: häufig Mangel an Nährstoffen, Staunässe oder zu trockener Standort
  • gelbe Blätter mit grünen Adern: Chlorose (Eisenmangelerscheinung)
  • braune Flecken: Verbrennungen, Schädlinge oder Nährstoffmangel
  • eingerollte Blätter: zu trocken, Schädlingsbefall weit fortgeschritten: Spinnmilben
  • braune Blattspitzen: zu trockene Luft und warme Luft im Winter, falscher Standort

Schädlinge, die zu Blattproblemen mit Blattabfall führen

Blattläuse

Wird Ihr Olivenbaum im Frühjahr von Blattläusen befallen, dann kann es zur Verkümmerung der Blätter, Triebe und Blüten kommen. Bei sehr starkem Befall fallen die verkümmerten Blätter und andere Pflanzenteile ab.

Schildlaus (Olivenschildlaus)

Schildläuse befallen gern überdüngte oder geschwächte Olivenbäume, deren Blätter schon Anzeichen von Pflegefehlern aufweisen, wie beginnende Gelbfärbung und braune Blattspitzen. Auch wenn die Pflanzen zu warm stehen oder zu wenig Licht bekommen, werden sie häufig von Schildläusen heimgesucht. Bei starkem Schildlausbefall sterben die Blätter und Triebe nach und nach ab.

Spinnmilben


Spinnmilben treten ebenso häufig in den Wintermonaten auf wie Blattläuse und Schildläuse, vor allem wenn die Olivenbäume an einen ungünstigen und zu

warmem Standort stehen. Die Blätter rollen sich ein und zeigen Gespinste, wenn die Spinnmilben schon überhandgenommen haben. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, fallen die Blätter ab und das Olivenbäumchen wird kahl. Schlimmstenfalls stirbt die gesamte Pflanze ab.

Maßnahmen bei Schädlingsbefall

OlivenbaumZur Bekämpfung aller genannten Schädlinge können Sie folgendes anwenden:

Schmier- oder Kernseifenlauge

  • besonders bei hartnäckigen Fällen
  • keine Seifen mit synthetischen Inhaltsstoffen verwenden
  • lieber BIO-Seife einsetzen
  • 1 El Seife und 1 l Wasser als Spitzlösung
  • das komplette Olivenbäumchen damit einsprühen
Kartoffelwasser
  • bei noch nicht so starkem Befall
  • nicht heiß anwenden, sondern abkühlen lassen
  • durch ein Sieb geben, bevor es in eine Sprühflasche kommt
  • den kompletten Baum damit einsprühen
Niem- und Rapsölspritzlösungen
  • Spritzlösungen mit Raps- oder Niemöl erstickt Schädlinge
  • 5 l Wasser mit 90 ml Niemöl- oder Rapsöl mischen
  • befallene Olivenbäume regelmäßig besprühen
Knoblauchtee
  • 100 g Knoblauchzehen mit 3 l kochendem Wasser überbrühen
  • 30 min ziehen lassen
  • durch ein Sieb abgießen
  • Sprühlösung aufbringen und Olivenbäumchen tropfnass einsprühen
Brennnesselabkochung
  • Sprühlösung am besten aus frischen Blättern herstellen
  • 100 g Brennnesseln mit 1 l kochendem Wasser überbrühen
  • 2 Tage stehen und abkühlen lassen
  • anschließend durch ein Sieb abgießen
  • Tee in eine Sprühflasche gießen
  • Olivenbaum tropfnass damit einsprühen

Natürliche Feinde der Schädlinge

Schlupfwespen, Schwebfliegen, Florfliegen, Ohrwürmer oder Raubwanzen fressen allerlei Ungeziefer, unter anderem Schildläuse und Blattläuse.

Krankheiten

Das Feuerbakterium Xylella fastidiosa, das eigentlich Rebstöcke befällt und die Rebstock-Krankheit Pierce-Krankheit hervorruft, kann auch Olivenbäume infizieren. Zuerst fallen die Blätter ab und später stirbt irgendwann die gesamte Pflanze. Das Bakterium wird direkt durch Zikaden übertragen und wurde von Latein- und Nordamerika nach Südeuropa eingeschleppt. In unseren Breitengraden tritt diese Krankheit der Olivenbäume jedoch sehr selten auf.

Häufig gestellte Fragen

Die Blätter meines Olivenbaumes im Kübel sehen an den Rändern merkwürdig angefressen aus, wie kleine Buchten. Die Blätter hängen leicht und auch sonst sieht das Bäumchen etwas schlapp aus. Was könnte das sein und was kann ich dagegen tun?
Ihr Olivenbaum scheint von einem Dickmaulrüssler befallen zu sein. Das ist ein nachtaktiver Käfer. Seine Larven leben im Pflanzsubstrat und fressen dort die Wurzeln des Olivenbaums an, während der ausgewachsene Käfer im oberirdischen Teil der Pflanze Schäden an den Blättern anrichtet. Niempresskuchen bewährt sich gut gegen den Dickmaulrüssler. Niem verdirbt ihm nämlich den Appetit. Arbeiten Sie den Niempresskuchen am besten ganz flach in die Erde im Pflanzkübel ein. Dieser Presskuchen enthält ausgepresste Samen des Niembaums und ca. 6 % Niemöl, dessen Wirkstoff von der Pflanze aufgenommen wird und giftig für die Insekten ist. Die Käfer und die Larven nehmen den Wirkstoff über die Pflanzen auf und werden damit vernichtet. 50 g Niempresskuchen pro Quadratmeter reichen vollkommen aus.

Ich habe einen Olivenbaum geschenkt bekommen. Er ist recht groß und steht im Kübel. Neuerdings bilden sich an ihm merkwürdige Wucherungen, während nach und nach immer mehr Blätter absterben und abfallen. Er sieht schon ganz kahl aus. Was ist das und kann ich den Olivenbaum noch retten?
Wahrscheinlich ist der Olivenbaum von der Tuberkelkrankheit befallen. Diese Bakterienkrankheit wird durch die Olivenfruchtfliege übertragen und ist wahrscheinlich durch unsachgemäßes Schneiden des Baumes eingeschleppt worden. Denn beim Beschneiden befallener Bäume kann diese Infektion auch übertragen werden, wenn die Schneidwerkzeuge nicht ordentlich desinfiziert worden sind. Sie können versuchen alle befallenen Pflanzenteile zu vernichten, um den Baum noch zu retten. Ist er allerdings zu stark befallen, dann sollten Sie ihn wegwerfen. Dann ist er leider nicht mehr zu retten!