Wie giftig ist der Drachenbaum/Dracaena für Mensch, Katze und Hund?

dracaena deremensis DrachenbaumDer Drachenbaum ist vor allem als Dracaena draco in heimischen Wohnzimmern und im Sommer auch auf Terrassen sowie Balkonen zu Hause. Er ähnelt Palmen sehr und ist insbesondere aufgrund seiner Pflegeleichtigkeit sehr beliebt. Dass er giftig ist, wissen leider nur die wenigsten Pflanzenliebhaber. Hier sollte sich umfassend informiert werden, um im Notfall schnell handeln zu können oder es zu einer Vergiftung erst gar nicht kommen zu lassen.

Giftiger Drachenbaum

Der Drachenbaum mit seinen zahlreichen Arten zählt zu den giftigen Pflanzen, die in kälteren Europa-Regionen überwiegend als Zimmerpflanze gehalten werden.

Seine Giftigkeit bezieht sich rein auf den Pflanzensaft. Im Pflanzensaft der Drachenbäume befindet sich das sogenannte Saponine. Dabei handelt es sich um chemische Gruppierungen, die im Inneren des Drachenbaums gebildet und in den Wurzeln sowie Blättern gespeichert werden. Die Saponine beinhalten Glykoside, bei denen eine Kopplung alkoholischer- und Zuckerverbindungen vorliegt.

Während Saponine in geringen Anteilen in verschiedenen natürlichen Medikamenten aufgrund antibakterieller sowie antifungizider Eigenschaften enthalten ist, wirken sie direkt aus der Pflanze heraus und unbehandelt bei Menschen, Katzen und Hunden unterschiedlich stark giftig. Dies ist vor allem der Fall, wenn Saponine in das Blut gelangt.

Wirkung auf Menschen

Der Pflanzensaft der Drachenbäume ist bei Menschen nur geringfügig giftig und zeigt in den meisten Fällen nur bei empfindlichen Personen eine toxische Wirkung beziehungsweise gesundheitliche Reaktion.
Dass Saponine für Menschen in der Regel nicht giftig sind, ist daraus bedingt, weil nach einer Aufnahme durch den Magen- und Darmtrakt dieses nicht resorbiert wird. Das bedeutet, der Stoff löst sich nicht auf, dringt nicht durch das Zellinnere und gelangt deshalb nicht in die Blutbahn.

dracaena fragrans DrachenbaumDa die Blätter von Drachenbäumen einen bitteren Geschmack aufweisen, sind sie für kleine Kinder meist nach dem ersten Probieren uninteressant. Ein kleiner Biss in das Pflanzenblatt und eine geringe Aufnahme des Pflanzensafts führt bei kleinen Kindern im Normalfall zu keinerlei gesundheitlichen Reaktionen. Dennoch sollten Kinder daran gehindert werden, Pflanzenteile des Drachenbaums in den Mund zu nehmen oder mit den Blättern zu spielen, die sie leicht einritzen können und dann Pflanzensaft an die Hände gelangen können, die sie anschließend in den Mund stecken.

Bei dem Konsum größerer Mengen Pflanzensäfte mit Saponine können folgende Symptome auftreten, die meist abklingen, wenn die toxische Wirkung nachlässt:
  • Magenschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Unwohlsein

Asthmatiker und Allergiker

Medizinische Wissenschaftler können ihre Untersuchungen noch nicht als Beweis vorlegen, allerdings wird davon ausgegangen, dass der giftige Pflanzensaft von einem Drachenbaum das Erkrankungsbild von Allergikern und Asthmatikern verschlimmern kann.

Zahlreiche betroffene Personen berichteten in Internetforen darüber, dass sie durch die Aufnahme der Drachenbaum-Pflanzensäfte beziehungsweise Saponine haltige Naturheilmittel vermehrt gesundheitliche Probleme ihrer Erkrankung wahrnahmen. Insbesondere sind Blockaden der Atemmuskulatur möglich.

Aber nicht nur die orale Aufnahme von Saponine kann Reaktionen hervorrufen, sondern auch durch das pure Einatmen. Es wird berichtet, dass es zu Reizungen


der Atemwege gekommen sei. Dementsprechend sollten vor allem Asthmatiker darauf verzichten, Drachenbäume in kleinen Räumen und vor allem nicht im Schlafzimmer zu halten. Die Ausdünstungen sehr großer Drachenbäume reichen durch Türen und sogar Schlüssellöcher auch in benachbarte Zimmer.  

Tipp: Soll ein Drachenbaum von Staub befreit werden, ist es ratsam, diesen entweder abzuduschen oder mit einem feuchten Lappen die Blätter zu reinigen. Auf eine Säuberung mit einem Staubwedel ist zu verzichten, da dies eventuelle Ausdünstungen im Raum verteilen könnte.

Empfindliche Personen

DrachenbaumBei empfindlichen Personen beziehungsweise Allergikern zeigen sich mitunter oben genannte Gesundheitsreaktionen in geschwächter Form.  Dazu zählen:
  • Unwohlsein
  • Schweißausbrüche
  • Hitzewallungen
  • trockene Haut
  • leichter Brustdruck beim Atmen
In der Regel hängen die Reaktionen auf den giftigen Pflanzensaft von einem Drachenbaum von der jeweiligen körperlichen Konstitution ab. Je robuster und gesünder eine Person ist, desto weniger ist mit Wirkungen durch Saponine zu rechnen.

Hunde und Katzen

Anders als bei Menschen verhält es sich bei dem Verzehr von Pflanzensaft eines Drachenbaums bei Hunden und Katzen. Im Prinzip ist die Anatomie dieser Tiere dem Menschen gleichgestellt. Allerdings sind die Organfunktionalitäten nicht so ausgeprägt, wie bei Menschen, sodass die Chance groß ist, dass sich Saponine den Weg in die Blutbahn verschafft.

Konnte beobachtet werden, dass nur kleine Mengen an Pflanzensaft von Hund oder Katze verzehrt wurde, müssen nicht zwangsläufig Vergiftungserscheinungen auftreten und falls doch, halten sich diese in der Regel außerhalb
gesundheitsgefährdender Reaktionen. Allerdings kommt es auch hier auf die körperliche Verfassung des Tieres an. Im hohen Alter oder bei kräftezehrenden Erkrankungen zeigen sich Hunde und Katzen auch schon bei geringster Menge stark gefährdet.
Folgende Reaktionen auf das giftige Pflanzengift können bei Hunden und Katzen hervorgerufen werden:
  • Zersetzung der roten Blutkörper (Hämolyse)
  • Durchfall und Erbrechen
  • Magen- und Darmblutungen
  • Schädigungen des zentralen Nervensystems
  • Kreislaufstörungen
  • Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen
  • Krämpfe

Drachenbaum angeknabbert - was tun?

Da nur in den wenigsten Fällen eingeschätzt werden kann, wieviel von dem giftigen Pflanzensaft Hund oder Katze aufgenommen haben, empfiehlt es sich prophylaktisch den Tierarzt für eventuelle Maßnahmen zu kontaktieren. Bis dahin sollten Hunde und Katzen nicht unbeobachtet bleiben, um etwaige Symptome durch den giftigen Pflanzensaft sofort erkennen und dem Tierarzt mitteilen zu können.  

Sollte beobachtet werden, dass der Hund oder die Katze Blätter vom Drachenbaum gefressen hat, ist als erste Hilfe das Herbeiführen von Erbrechen ratsam. Auf diese Weise kann der Pflanzensaft wieder aus dem Körper gelangen, bevor es in die Blutbahn gelangt. Dies gelingt mit

einer kräftigen Salzlösung.

Tipp: Auf keinen Fall ist fetthaltige Milch zu verabreichen, wie fälschlicherweise oft behauptet wird. Diese würde den Transport des Pflanzengifts ins Blut nur begünstigen.

Vorbeugung

Sowohl bei Kleinkindern als auch bei Hunden und Katzen im Haushalt, ist es ratsam vorbeugend zu agieren, so dass ein Knabbern an den Blättern eines Drachenbaums nicht passiert.

dracaena marginata DrachenbaumGrundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass das Haustier sowie Kinder nie allein in der Nähe eines Drachenbaums gelassen werden. Gelangen sie dennoch dahin, ist hier In erster Linie eine konsequente

Erziehung mit einem deutlichen Nein und sofortigen Entfernen aus der Drachenbaumnähe gefragt.

Bei Katzen kann Katzengras dafür sorgen, dass sie das Interesse an einem Drachenbaum verlieren.
Hilft dies nichts, sollte der Drachenbaum aus dem Wohnumfeld entfernt oder wenn möglich, auf eine Höhe platziert werden, wo Haustiere und Kinder hin hingelangen können.

Häufige Fragen

Kann giftiger Pflanzensaft aus abgeknickten Blättern austreten?

Wenn das Abknicken erst einige Stunden her ist, kann bei Berührung der Schnitt- beziehungsweise Knickstelle Pflanzensaft auf Körperteile übertragen werden. Hier sollte bei einer Berührung sofort Hände oder die betroffene Hautstelle gründlich mit Seife gereinigt werden. Nach circa drei bis vier Stunden sollte der Pflanzensaft an den Blättern abgetrocknet sein.

Ist grundsätzlich beim Anfassen der Pflanze Vorsicht geboten?

Nein. Wenn keine Wundstellen an der Pflanze vorhanden sind, wo der Pflanzensaft austreten könnte, kann der Drachenbaum unbedenklich angefasst werden. Minimale Ausflüsse würden bei Berührung und in den Mund gelangen, bei Erwachsenen im Normalfall keine gesundheitlichen Folgen haben. Es empfiehlt sich dennoch nach dem beispielsweise dem Reinigen, im Anschluss stets die Hände zu waschen.