Zimmerpflanzen

Efeutute hat braune Flecken: Ursachen und Hilfe


Braune Flecken an Efeutute

Bilden sich an den Blättern der Efeutute (Epipremnum pinnatum) braune Flecken, können dafür Verschiedene Ursachen verantwortlich sein. Welche das sind und was zu tun ist, wird folgend erklärt.

Grundsätzliches

Die Efeutute zählt zu den pflegeleichten Pflanzen. Zeigen sich braune Flecken an den Blättern, basieren mögliche Ursachen meist auf Pflegefehlern oder einem Pilzbefall. In jedem Fall ist schnelle Hilfe gefragt, denn bleibt diese aus, stirbt die Efeutute ab.

Überwässerung

Die Efeutute gedeiht am besten, wenn sie kontinuierlich in leicht feuchter Erde stehen darf. Vielfach wird allerdings zu viel gegossen, sodass es zu einer Überwässerung kommt. Bilden sich erste braune Flecken, sollte sofort gehandelt werden, damit sich keine Wurzelfäule entwickelt, die das Lebensende der Kletterpflanze bedeuten kann. Ob eine Überwässerung vorliegt, ist ebenso leicht zu überprüfen wie der richtige Gießzeitpunkt, damit Überwässerungen zukünftig vermieden werden. So geht’s:

Efeutute gießen
Beim Wässern der Efeutute ist weniger oft mehr.
  • frühester Test-Zeitpunkt: 12 Stunden nach dem Gießen
  • Zeigefinger in Erde drücken
  • Zeigefinger lässt sich leicht tief in Erde drücken: überwässert

Richtigen Gießzeitpunkt erkennen: “Daumentest”

  • Daumen in die Erde drücken
  • lässt sich leicht tiefer als zwei Zentimeter in die Erde drücken: nicht gießen
  • lässt sich leicht nur weniger als zwei Zentimeter eindrücken: gießen

Erste Hilfe

Ist die Epipremnum pinnatum zu nass, helfen folgende Schritte, dass sie sich wieder erholt und keine schwerwiegende Folge davonträgt:

  • sofort von wasserhaltigen Untertellern entfernen
  • Austopfen und Wurzeln so gut wie möglich von nasser Erde befreien
  • gegebenenfalls Wurzeln mit Schimmelbefall kürzen
  • an der Luft zwei bis vier Stunden abtrocknen lassen (keine Wärmequellen wie Heizung oder Haarföhn benutzen)
  • in frisches, trockenes Substrat pflanzen
  • frühestens nach zwei Tagen leicht mit dem Gießen beginnen
  • zukünftig vor jedem Gießen Daumentest durchführen

Suboptimaler Standort

Stehen Efeututen an einem ungeeigneten Standort, sind dunkle Flecken häufig die Folge. Hier gilt es den Standort genau zu überprüfen, ob alle Gegebenheiten des aktuellen Standorts dem Anspruch der Kletterpflanzen gerecht werden. Wenn dies nicht der Fall ist, rettet nur das Umstellen an einen passenden Standort vor dem Absterben.

Licht

Efeutute am Fenster
Sorgen Sie dafür, dass Ihre Efeutute ausreichend Sonnenlicht bekommt.

Folgende Kriterien sollte der ideale Standort in puncto Lichtanspruch erfüllen:

  • Lichtverhältnisse: hell
  • Sonnenstunden beachten: Sorten mit hellen Blättern zwischen sechs und acht Stunden, Sorten mit dunkleren Blättern zwischen vier und sechs Stunden Sonnenlicht
  • keine direkte Mittagssonne (vor allem nicht im Sommer)

Luft

Pflanzen benötigen Luft zum “atmen” und den Sauerstoffaustausch sowie ideale Umgebungstemperaturen. Hierbei ist es wichtig, dass die Luftverhältnisse stimmen, wie folgend beschrieben:

  • Luftfeuchtigkeit: zwischen 50 und 65 Prozent (auch im Winter – gegebenenfalls regelmäßig Blätter mit kalkarmem Wasser besprühen)
  • Umgebungstemperatur: circa 20 Grad Celsius
  • keine Zugluft (auch nicht im Sommer)

Tipp: Ist Zugluft schuld an braunen Blattflecken, weisen zusätzlich herabhängende und transparent werdende Blätter darauf hin.

Winterstandort

Efeututen sind kälteempfindlich und reagieren auf niedrigere Temperaturen mit braunen Flecken auf den Blättern. Da sie für die Winterruhe aber kühlere Temperaturen bevorzugen, gilt hier das ideale Mittelmaß zu finden. Der Standort ist auf diese Kriterien zu überprüfen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu unternehmen, wenn der Standort diese nicht erfüllt:

  • ideale Umgebungstemperatur: zwischen 14 und 16 Grad Celsius (konstant)
  • Temperatur nie unter 12 Grad Celsius fallen lassen
  • Zugluft unbedingt vermeiden
  • braun gefleckte Blätter entfernen, wenn Pflanze sich nicht ausreichend gut erholt

Falsches Düngen

Beim Düngen können Pflanzenliebhaber generell vieles falsch machen. Bei Efeututen stehen braune Flecken meist für eine Überdüngung. Diese liegt vor, wenn eine zu hohe Dosis an Dünger verabreicht und zu häufig in zu kurzen Abständen oder während der Ruhephase im Winter gedüngt wird. Das führt zu einem sauren Bodenmilieu, was die Wurzeln schädigt und folglich die Nährstoffaufnahme der Wurzeln hemmt.

pH-Wert messen
Prüfen Sie bei Verdacht den pH-Wert des Substrats Ihrer Efeutute.

Um sicher zu gehen, dass eine Übersäuerung/Überdüngung für die braunen Blattflecken verantwortlich ist, sollte der pH-Wert kontrolliert werden. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 5.0 und 6.5. Liegt ein Wert unter 5.0 vor, sieht die richtige Hilfe folgendermaßen aus:

  • Pflanze zuerst austopfen
  • Erde von Wurzeln bestmöglich entfernen
  • vertrocknete, verkrüppelte oder anders beschädigte Wurzelteile abschneiden
  • Wurzeln vorsichtig mit Wasser abspülen (entfernt Düngereste)
  • in frische Erde pflanzen
  • frühestens nach sechs Wochen erste Düngung
  • zukünftig idealen Düngerhythmus und vom Hersteller empfohlene Dosis einhalten

Hinweis: Aufgrund der Winterruhe, die Efeututen benötigen, sollte unbedingt eine Düngepause zwischen November und März eingehalten werden.

Krankheiten

Zu den möglichen Ursachen für braune Flecken an den Blättern zählen auch Krankheiten. Bei der Efeutute handelt es sich meist um die Blattfleckenkrankheit. Diese basiert auf einem Pilzbefall der Gattungen Alternaria, Ascochyta sowie Septoria. Pilzinfektionen entstehen in der Regel bei einer zu hohen Feuchtigkeit. Auch aus diesem Grund sollte eine Übernässung der Pflanze unbedingt vermieden werden. Um die richtige Hilfe bieten zu können, ist die Blattfleckenkrankheit vorab als diese zu erkennen.

Erkennen

  • nahezu runde braune Flecken
  • Überlappungen mehrerer Flecken möglich
  • heller Fleckenkern
  • dunkle, schwarze Fleckenränder
  • auffällige Blattwelke
  • überdurchschnittlich hoher Blattabfall 
Braune Flecken an Efeutute durch Blattfleckenkrankheit
Betroffene Blätter sollten Sie sofort von der Pflanze entfernen.

Hilfe und Bekämpfung

Wichtig ist, dass schnell gehandelt wird, damit eine Überlebenschance besteht. Allerdings ist der Blattfleckenpilz sehr hartnäckig und deshalb schwierig zu bekämpfen. Folgende Maßnahmen sind deshalb angeraten:

  • betroffenes Blattwerk entfernen
  • Pflanze austopfen
  • Wurzeln gut von alter Erde befreien (Pilz setzt sich auch dort ab)
  • ausgepflanzte Efeutute kräftig abduschen (um unentdeckte Sporen abzuspülen)
  • kurz abtropfen/abtrocknen lassen
  • in desinfizierten Topf und frische, trockene Erde setzen
  • zukünftig und vorbeugend auf ideale Feuchtigkeit achten

Hinweis: Normalerweise ist der Einsatz von Fungiziden bei Pilzkrankheiten aufgrund wirksamer Hausmittel nicht erforderlich. Zur Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit ist allerdings bisher kein wirksames Hausmittel bekannt, sodass bei starker Pilzausbreitung nur die Behandlung mit einem Fungizid bleibt.
  

Häufig gestellte Fragen

Efeutute bekommt erst gelbe und dann braune Blattflecken. Was ist das?

Wenn Pflegefehler auszuschließen sind, sich die Blattverfärbungen in Grenzen halten und die Epipremnum pinnatum weiter wächst, ist von einem Normalzustand auszugehen. In manchen Fällen ist eine unzureichende Durchlüftung dafür verantwortlich: ein zu dichtes Blattwachstum oder eine zu enge Bindung an Kletterstäben. Durch die Blattfärbung entledigt sich die Pflanze automatisch selbst von zu dichtem Laub. Ist eine Bindung/Klammerung Schuld, sollten diese gelockert werden.

Warum bekommt meine Efeutute zügig nach dem Kauf braune Flecken?

Dafür sind meist zwei Ursachen verantwortlich: Kälte/Zugluft oder minderwertiges Substrat. Sind Efeututen Temperaturen unter 12 Grad Celsius ausgesetzt, reagieren sie häufig sehr schnell darauf. Aus diesem Grund sollten Sie beim Kauf bzw. schon beim Gang aus dem Laden für einen Kälte- und/oder Zugluft-Schutz sorgen. Zeitungspapier, Folie und auch der Transport in dicht gewebten Einkaufstaschen eignen sich beispielsweise dazu. Topfen Sie die neue Pflanze zudem zügig in hochwertiges Substrat.

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