Ziergarten

Pfingstrosen: den besten Standort finden


Pfingstrosen

Pfingstrosen (Päonien) sind schon seit Jahrhunderten im Garten unverzichtbar. Die verschiedenen Arten und unzähligen Zuchtsorten zeigen ihre prächtigen Blüten jedoch nur dann, wenn sie sich an ihrem Standort wohlfühlen.

Pfingstrosen: Standort und Boden

Die etwa 30 verschiedenen Arten und über 3000 Zuchtsorten der Pfingstrosen unterteilt man in Strauch- oder Staudenpfingstrosen. Diese Unterscheidung ist für die Standortwahl wichtig, da diese Varietäten unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich der Lichtverhältnisse und der Bodenzusammensetzung haben.

Pfingstrosen (Paeonia)

Strauchpfingstrosen

Die Strauchpfingstrosen stammen ursprünglich aus den Gebirgen Chinas und Tibets. Sie werden auch als “Baumpäonien” bezeichnet, weil ihre oberirdischen Pflanzenteile verholzen und sie deutlich größer als die bei uns häufiger gepflanzten Staudenpäonien werden. Je nach Art und Sorte erreichen diese Varietäten Wuchshöhen und -breiten zwischen einem und fünf Metern. Deshalb brauchen diese Pfingstrosen sehr viel Platz im Garten – die vorgesehene Pflanzfläche sollte mindestens einen Quadratmeter betragen.

Das müssen Sie bei der Standortwahl noch beachten:

  • brauchen viel Sonne
  • Standort sollte mindestens die Hälfte des Tages in der vollen Sonne liegen
  • ideal ist Beschattung über die Mittagszeit
  • möglichst nicht an einen Platz mit Morgensonne
  • hier sind Strauchpäonien spätfrostgefährdet
  • luftig und frei pflanzen, jedoch mit Windschutz auf einer Seite
  • optimal ist Pflanzung vor einer Mauer o. ä.
Strauchpfingstrose, Paeonia rockii
Paeonia rockii

Wählen Sie für diesen Zweck keine nach Süden gerichtete Mauer oder Hauswand, weil es der anspruchsvollen Pflanze hier schnell zu warm wird. Der Boden sollte mäßig bis stark nährstoffhaltig sein, jedoch eher sandig als humos – im Gegensatz zu vielen anderen Gartenpflanzen bevorzugen Päonien mineralische Böden. Zudem vertragen sie keine Staunässe, weshalb schwere Lehm- oder Tonböden immer tiefgründig mit Sand aufgelockert werden sollten. Ein pH-Wert zwischen 6 und 8 ist ideal.

Hinweis: Man unterscheidet zwischen chinesischen, japanischen und europäischen Strauchpfingstrosen, wobei es sich um alle Varietäten lediglich um Zuchtsorten und keine Wildformen handelt. Die chinesischen Sorten bleiben eher niedrig und haben stark gefüllte, duftende Blüten, während die japanischen höher wachsen und zumeist duftlose, große, einfache oder halbgefüllte Blüten entwickeln.

Staudenpfingstrosen

Die niedriger bleibenden Staudenpfingstrosen – zu denen auch die bereits seit Jahrhunderten in Bauern- und Klostergärten kultivierte Bauernpfingstrose (Paeonia officinalis) gehört – sind hinsichtlich der Wahl des richtigen Standorts deutlich unkomplizierter. Diese Varietäten fühlen sich im Freiland an folgenden Gartenorten besonders wohl:

  • sonnig bis halbschattig
  • möglichst viele Stunden Sonne am Tag
  • über Mittag beschattet
  • kein Schatten – hier bilden sich nur wenige oder keine Blüten aus
  • windgeschützt, aber luftig
  • tiefgründiger, lockerer Boden
  • lehmig bis sandig, aber gut durchlässig und nicht zu Staunässe neigend
Paeonia lactiflora, Pfingstrose
Paeonia lactiflora

Pfingstrosen bilden sehr tiefe Wurzeln aus, weshalb bei schwereren Böden der Untergrund in einer Tiefe von mindestens zwei Spatenstichen aufgelockert und mit einer Drainage versehen werden muss. Übrigens vertragen die Pfingstrosen auch sonnenverwöhnte Standorte gut, solange der Boden grundsätzlich feucht (aber nicht nass!) ist. Eine alte Grundregel für Bauernpfingstrosen besagt, dass der Standort umso sonniger sein darf, je frischer der Untergrund ist. Bezüglich des pH-Werts wachsen Staudenpäonien sowohl in kalkhaltigen bis leicht sauren Böden. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 5 und 6.

Tipp: Wer Pfingstrosen liebt, sollte sowohl Strauch- als auch Staudenpäonien pflanzen. Da die verschiedenen Varietäten zu unterschiedlichen Zeiten blühen – Stauden etwa um Pfingsten herum zwischen Mai und Juni, Strauch- oder Baumpäonien ab Ende April – können Sie sich länger an der Blütenpracht erfreuen.

Standortwechsel

Wählen Sie die Pflanzstelle im Freiland sorgfältig aus, denn einen Standortwechsel nehmen Ihnen die standorttreuen Päonien schnell übel – zumal ein Umpflanzen gerade bei Exemplaren, die schon sehr lange an einem Ort etabliert sind, sich aufgrund der tiefreichenden Wurzeln schwierig gestaltet. Wie echte Rosen auch sollten Päonien niemals an eine Stelle gesetzt werden, an der schon zuvor welche standen – hier werden die neuen Pflanzen nicht gut wachsen und auch keine besonders üppige Blütenpracht ausbilden. Suchen Sie daher stets einen komplett neuen Standort für die Pfingstrose oder, falls es unbedingt dieser bestimmte Platz sein muss, nehmen Sie einen tiefgründigen Bodenaustausch vor.

Pfingstrose, Paeonia tenuifolia
Paeonia tenuifolia

Pfingstrosen im Kübel

Päonien lassen sich sehr gut in einem Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren, sofern Sie hier dieselben Standortbedingungen wie im Garten schaffen können:

  • viel Sonne, aber keine direkte Mittagssonne
  • windgeschützt, aber nicht zu heiß
  • perfekt sind nach Osten oder Westen ausgerichtete Balkone oder Terrassen
  • weniger geeignet hingegen nach Süden ausgerichtete Stellplätze
  • nach Norden ausgerichtete sind zu schattig

Als Substrat eignet sich jede humose, lockere und nährstoffreiche Pflanz- oder Blumenerde.

Häufig gestellte Fragen

Welche Pflanzgefäße eignen sich für Pfingstrosen?

Wählen Sie möglichst breite und mindestens 40 Zentimeter tiefe Kübel aus schwerem Material (beispielsweise Ton, Stein oder Keramik) aus, da die Pflanzen ausreichend Platz für ihre tiefen Wurzeln brauchen und zudem recht breit wachsen. Das schwere Material soll ein Ungleichgewicht und damit ein Umkippen verhindern.

Wann ist der ideale Zeitpunkt zum Umpflanzen von Pfingstrosen?

Nehmen Sie ein Umsetzen von alten Päonien – ganz gleich, ob es sich um Strauch- oder Staudenpäonien handelt – möglichst erst ab dem Zeitpunkt der Blattfärbung vor. Bis in den Spätherbst hinein ist der Standortwechsel möglich. Rechnen Sie anschließend damit, dass die Blumen bis zu zwei Jahre lang nicht blühen werden.

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