Ziergarten

13 hohe Gräser als Sichtschutz für Kübel

Ein etwas anderer Sichtschutz für einsehbare Bereiche des Gartens sind Gräser im Kübel. Welche Arten und Sorten sich dafür eignen, steht in diesem Artikel.

Bambus

Bambus (Bambusoideae) ist eine beliebte Gartenpflanze, die einen großen Nachteil hat: Sie breitet sich enorm schnell und nachhaltig aus. Deshalb ist eine Kübelkultur sogar von Vorteil.

  • Wachstum: schnell, hohe Halme bis 300 cm Länge, grün, gelb oder bräunlich
  • Blüte: sehr selten, Pflanze stirbt nach der Blüte ab
  • Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt, Substrat nährstoffreich und feucht
  • Pflege: nicht austrocknen lassen, jährlich mit speziellem Dünger versorgen
  • geeignete Sorten: Schirmbambus (Fargesia murielae), Zick-Zack-Bambus (Phyllostachys aureosulcata “Spectabilis”)
Schirmbambus (Fargesia murielae) im Kübel
Fargesia murielae

Hinweis: Bambus ist nicht immer ausreichend winterhart. Die Kübel eventuell einräumen und beim Kauf genau auf die Sortenbeschreibung achten.

Chinaschilf

Chinaschilf (Miscanthus) gehört zu den Gräsern, die sich als Ziergras sowohl im Garten als auch im Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon als Sichtschutz eignen.

  • Wachstum: hochwachsend bis 4 m, aufrecht, überhängend, dicht, Blätter bläulich grün bis grau
  • Blüte: August bis Oktober, feingliedrige Blütenrispen in unterschiedlichen Weißtönen bis hin zu rot
  • Standort: sonnig, windgeschützt
  • Pflege: feucht halten, im Frühjahr düngen und bodennah zurückschneiden
  • geeignete Sorten: Riesen-Chinaschilf (Miscanthus x giganteus), Silber-Chinaschilf (Miscanthus sinensis) “Malepartus” und “Strictus”
Riesen-Chinaschilf (Miscanthus x giganteus)
Miscanthus x giganteus

Federgras

Die schmale und grazile Gestalt des Federgrases (Stipa) ist sehr reizvoll. Leider neigt es dazu, sich selbständig auszusäen und verbreitet sich dann unter Umständen im ganzen Garten.

  • Wachstum: bis 200 cm hoch, Blätter sehr dünn
  • Blüte: Juli bis September, blüht weiß bis gelblich
  • Standort: sonnig, durchlässiges Substrat
  • Pflege: bei Trockenheit gießen, beim Düngen vorsichtig sein, im Winter schützen
  • geeignete Sorten: Riesen-Federgras (Stipa gigantea), “Goldfontäne” bis 250 cm, Espartogras (Stipa tenacissima), Flausch-Federgras (Stipa pennata)
Riesen-Federgras (Stipa gigantea)
Stipa gigantea

Goldbandgras

Die Blätter des Goldbandgrases (Spartina pectinata) färben sich im Herbst leuchtend gelb und bieten einen tollen Blickfang.

  • Wachstum: schnell hochwachsend, bis 150 cm Höhe, Blätter schmal, grün, mit gelbem Rand
  • Blüte: August bis September, unscheinbar
  • Standort: sonnig bis halbschattig, feuchtes, nährstoffreiches Substrat
  • Pflege: nicht austrocknen lassen, im Frühjahr düngen, ansonsten pflegeleicht
  • geeignete Sorte: “Aureomarginata”
Goldleistengras (Spartina pectinata)

Tipp: Dieses Gras eignet sich gut als Randbepflanzung für einen Miniteich auf der Terrasse.

Lampenputzergras

Beim Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) handelt es sich um ein sehr schönes Gewächs, allerdings wird es nicht ganz so hoch wie andere Gräser. Daher ist es besser für hohe Gefäße geeignet.

  • Wachstum: bis 150 cm Höhe, überhängend, Blätter schmal, grün, im Herbst gelblich
  • Blüte: August bis Oktober, blüht in Weiß, Rosa, Braun oder auch Violett
  • Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffreiches Substrat
  • Pflege: häufig gießen, im Frühjahr düngen und zurückschneiden
  • geeignete Sorten: “Hameln” bis 80 cm Höhe, “Moudry” blüht seltener, “Cassian” weißliche, überhängende Blüten
Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) 'Hameln'
Lampenputzergras ‘Hameln’

Pampasgras

Das Pampasgras (Cortaderia selloana) ist eine sehr imposante Erscheinung, insbesondere während der Blüte. Da es nicht ausreichend winterhart ist, braucht es im Kübel einen Winterschutz.

  • Wachstum: bis 250 cm Höhe, Blätter wintergrün
  • Blüte: ab August, Blütenfarbe weiß oder rötlich, Rispen sehr groß und auffällig
  • Standort: sonnig, eher trocken als nass, nährstoffreiches Substrat
  • Pflege: trocken halten, regelmäßig düngen, im Frühjahr zurückschneiden
  • geeignete Sorten: “Pumila” kompakt und robust, “Rosea” blüht rosa, “Weiße Feder”
Pampasgras (Cortaderia selloana 'Pumila')
Cortaderia selloana ‘Pumila’
Quelle: Ltshears, DwarfPampasGrass-CortaderiaSelloanaPumila, bearbeitet von Gartenlexikon (MKr), CC BY-SA 3.0

Pfahlrohr

Das Spanische Rohr (Arundo donax) gedeiht in der Natur am besten an Gewässerrändern. Es ist aber auch eines der Gräser, die gut in einem Kübel als Sichtschutz auf der Terrasse gedeihen.

  • Wachstum: bis 4 m, Blätter wintergrün
  • Blüte: sehr selten, August bis Oktober, weiß, große Rispen
  • Standort: sonnig, windgeschützt, nährstoffreiches Substrat
  • Pflege: nicht austrocknen lassen, vor zu tiefem Frost schützen, im Frühjahr zurückschneiden
  • geeignete Sorten: “Variegata” und “Peppermint Stick”, Blätter weiß-grün gestreift
Pfahlrohr (Arundo donax)

Pfeifengräser

Der Horst des Pfeifengrases (Molinia arundinacea) wird nur etwa halb so hoch wie die gesamte Pflanze. Seine endgültige Größe erreicht dieses Gras mit seinen Blütenständen.

  • Wachstum: bis 200 cm Höhe, Blätter grün, im Herbst gelblich
  • Blüte: Juli bis September, gelbe Blütenfarbe
  • Standort: sonnig bis halbschattig, Substrat nährstoffreich, nicht zu trocken
  • Pflege: nicht austrocknen lassen, Staunässe vermeiden, im Frühjahr düngen und zurückschneiden
  • geeignete Sorten: Riesen-Pfeifengras “Karl Foerster”, “Windspiel” bis 250 cm Höhe
Pfeifengras (Molinia arundinacea) 'Transparent'
Molinia arundinacea ‘Transparent’

Reitgras

Reitgräser (Calamagrostis) wachsen im Gegensatz zu vielen anderen Gräsern gerade und aufrecht ohne überzuhängen. Damit ist der Sichtschutz leichter zu realisieren.

  • Wachstum: bis 180 cm Höhe, Blätter und Stängel grün
  • Blüte: Juni bis August, Blüten rötlich und später gelblich
  • Standort: sonnig bis halbschattig, Substrat nährstoffreich und durchlässig
  • Pflege: nicht zu viel gießen und düngen, im Frühjahr ausputzen, ansonsten pflegeleicht
  • geeignete Sorten: Calamagrostis x acutiflora “Karl Foerster”, “Overdam”, “Waldenbuch”
Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora) 'Karl Förster'
Garten-Reitgras ‘Karl Förster’

Hinweis: Da es auch einige einheimische Reitgräser gibt, ist hier besonders auf die Selbstaussaat zu achten.

Rutenhirse

Die Rutenhirse (Panicum virgatum) stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie bildet kompakte, aufrechte Horste.

  • Wachstum: bis 200 cm, grüne Blätter, rötlich, braune oder gelbliche Herbstfärbung
  • Blüte: Juli bis September, Blüten unscheinbar braun
  • Standort: sonnig, Substrat nährstoffreich, durchlässig, nicht zu nass
  • Pflege: feucht halten, nicht düngen, jährlich zurückschneiden
  • geeignete Sorten: “Northwind”, “Cloud Nine”, “Shenandoah”
Rutenhirse (Panicum virgatum) 'Shenandoah'
Panicum virgatum ‘Shenandoah’

Seggen

Seggen (Carex) gehören zu den vielfältigsten Gräsern, die man im Garten pflegen kann. Einige Arten und Sorten sind sehr hochwachsend und eignen sich gut als Sichtschutz.

  • Wachstum: bis 150 cm Höhe, Blätter unterschiedlich grün gefärbt, aber auch mehrfarbig oder blaugrün, immergrün
  • Blüte: überwiegend im Sommer bis zum Herbst, meist unscheinbar
  • Standort: sonnig bis halbschattig, Substrat nicht zu trocken, nährstoffreich
  • Pflege: gießen bei Trockenheit, im Frühjahr ausputzen, ab und zu düngen
  • geeignete Sorten: Riesen-Segge (Carex pendula), Palmwedel-Segge (Carex muskingumensis)
Palmwedel-Segge (Carex muskingumensis)
Carex muskingumensis

Strandhafer

Der Strandhafer (Ammophila arenaria) wird typischerweise zur Befestigung von Dünen eingesetzt. Er gehört aber auch zu den Gräsern die im Kübel und als Sichtschutz im Garten eine gute Figur machen.

Strandhafer (Ammophila arenaria)
  • Wachstum: bis 120 cm Höhe, sehr filigrane, blaugrüne bis blaugraue Blätter
  • Blüte: Mai bis August, unscheinbar grün
  • Standort: sonnig, Substrat sandig, wenig Nährstoffe, durchlässig
  • Pflege: pflegeleicht, regelmäßig düngen, nicht zwingend schneiden
  • Sonstiges: wächst am besten in sehr sandigem Substrat, bei lehmiger Erde kümmert die Pflanze

Wald-Rispengras

Rispengräser sind überall anzutreffen, da es sich dabei um einheimische Arten handelt. Das Wald-Rispengras (Poa chaixii) stellt jedoch eine Besonderheit dar, weil es sehr viel größer als seine Gräser-Verwandten wird und damit hervorragend als Sichtschutz im Kübel geeignet ist.

Wald-Rispengras (Poa chaixii)
Quelle: Denver Botanic Gardens, 20180606 GGIGardens RockAlpine Default DSCN0014, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC0 1.0
  • Wachstum: bis 120 cm, Blätter schmal, grün, selten rötlich
  • Blüte: Juni bis August, kleine, grüne Rispen
  • Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffreiches Substrat
  • Pflege: pflegeleicht, Rückschnitt nach der Blüte, nicht austrocknen lassen
  • Sonstiges: eignet sich als Grünfutter für verschiedene Haustiere

Häufig gestellte Fragen

Was ist zu tun, wenn das Gras für den Kübel zu groß geworden ist?

Wenn die Gräser zu groß werden und wegen des mangelnden Platzes nicht mehr richtig wachsen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie werden in einen größeren Kübel umgetopft oder der Wurzelballen wird geteilt und die Stücke werden in zwei Töpfe gepflanzt.

Wie werden die Gräser dichter?

Gräser wachsen dichter, wenn sie gut gedüngt sind und genügend Wasser bekommen. Außerdem müssen sie häufiger zurückgeschnitten werden. Abgestorbene Halme können das Wachstum behindern, deshalb sollten sie immer aus den Horsten entfernt werden. Das geht mit bloßen Fingern. Bei scharfen Blattkanten ist das Tragen von Handschuhen sinnvoll.

Wie kann man eine Selbstaussaat verhindern?

Da hilft nur rechtzeitiges Zurückschneiden der Blütenstände. Diese sind bei allen Gräsern gut zu erkennen, meistens überragen sie den Horst. Sobald die Blüten welken, werden sie direkt am Boden entfernt. Haben sich erst einmal Samenstände gebildet, ist es schon schwieriger, die Pflanze am Aussäen zu hindern, die Samen reifen schnell und fallen leicht aus den Ähren.

Wie anfällig sind Gräser für Schädlinge oder Krankheiten?

Im Allgemeinen gelten Gräser als sehr robust. Es gibt kaum besondere Erkrankungen oder spezialisierte Schädlinge, die größeren Schaden anrichten könnten.

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